Nachdem im September erstmalig “DIE GRÜNE TOMATE” als Preis für dreistes Greenwashing an Ronald Pofalla vergeben wurde, steht nun die Abstimmung für Oktober 2008 an. (Weitere Infos zur Aktion gibt es hier.) Seit Anfang Oktober wurden Nomminierungen von der Utopia-Community gesammelt und folgende Finalisten ausgewählt:
- Die Grünen Hamburg für den Ausverkauf grüner Ideale
- Vattenfall für die Aktion “Verbraucher gegen den Klimawandel”
- IBM für Greenwashing-Fernsehwerbung
- Fortis für Greenwashing-Werbespot
- Gazprom für Kulturarbeit als Greenwashing
- Sigmar Gabriel für seine Unterstützung der Autolobby in Bezug auf europ. CO-2-Grenzwerte für Pkw
- OB Beutel SPD Mainz für das Ignorieren demokratischer Beschlüsse bzgl. eines Kohlekraftwerks
- ENTEGA für die Ankündigung 2009 Deutschlands größter Ökostromanbieter zu werden
Als heiße Favoriten gelten die Grünen Hamburg und Vattenfall. Der nachfolgende Werbespot von Vattenfall zeigt nochmal ganz deutlich was Greenwashing ist.
Alle die wollen das Unternehmen, Politiker und Produkte die sich als GRÜN vermarkten auch GRÜN sind, können hier abstimmen.
Der diesjährige Parteitag der Grünen findet vom 14. bis 16. November in Erfurt statt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geben dabei auch Bloggern die Gelegenheit zu berichten und sich akkreditieren zu lassen. Als Bonbon schreibt die Partei für fünf Bloggerinnen und Blogger ein Blogstipendium aus, dass Anreise, Übernachtungskosten, Zugang zu Pressezentrum und Eröffnungspressekonferenz sowie persönliche Betreuung und die Möglichkeit GRÜNE Spiteznpolitiker zu befragen, enthält.
Bewerben können sich alle politisch Interessierten mit einem eigenen Weblog. Bekanntheitsgrad und politische Couleur spielen keine Rolle. Ausgewählt werden die interessantesten Bewerber/innen. Die Bewerbung sollte mit einem kurzen Motivationsschreiben begründet werden.
Bewerben kann man sich noch bis zum 30. Oktober unter redaktion@gruene.de. Nähere Infos auf der Homepage.
Folgend meine inoffizielle Bewerbung:
Ich eigne mich hervorragend als investigativer Journalist/Blogger. Schon lange vor allen anderen habe ich vorausgesehen, dass unserer Regierung der nötige Durchblick fehlt, um die derzeitige Finanzkrise zu erahnen und zu meistern. Im besonderen unserem Finanzminister wollte ich dabei auf den Zahn fühlen.
Am 25. April 2007 hatte ich ein sehr schönes Geschäftsessen im Aigner am Gendarmenmarkt in Berlin. Irgendetwas fleischiges mit Brückenpfeiler-Kartoffeln hatte ich gegessen und reichlich Wein getrunken. Meine Kollegen und ich fanden es sehr belustigend, dass die gesamte SPD-Prominenz (Ex-Kanzler Schröder, Tiefensee, Schilly uva.) ebenfalls zu Gast waren und sich, genau wie wir, ordentlich die Kante gaben.
So kam es vor, dass die mit steigendem Alkoholpegel, häufiger werdenden Toilettengänge stets von einem SPD-Politiker begleitet wurden. “Ich war mit dem Schröder/Tiefensee/Schilly pissen.” wurde ein häufig ausgesprochener Satz an diesem Abend. Als ich mich auf die Toilette begab, folgte mir Peer Steinbrück, der laut Harald Schmidt vor der unmittelbaren Ablösung durch Peter Zwegert steht. Das hatte ich geschickt eingefädelt. Von der folgenden Situation werde ich wohl noch meinen Enkeln erzählen.
Eine Besonderheit an diesem Abend war, dass ein Heiss-Wasserrohr auf der Herrentoilette gebrochen war und diese nun einem Dampfbad glich. Nach kurzer Absprache beschloßen Peer und ich, dass wir das “Defekt”-Schild ignorieren und uns in die dampfende Höhle begeben würden. Am Urinal entstand dann der folgende Dialog.
Ich zu Steinbrück:”Die Brille ist ja ganz schön beschlagen.”
Steinbrück zu mir:”Ja, ich kann meinen Schwanz gar nicht mehr sehen.”
(Ich habe es natürlich sofort getwittert.)
Kann man einem Politiker, der nicht in der Lage ist, seine Genitalien zu sehen, die Finanzen unseres Staates anvertrauen? Naja, Hauptsache es ist kein Lehrer mehr.
via Spreeblick, till we *). Blog und Bio Emma
Wie gerade bei Grass Routes und bei korrekte klamotten gelesen, vertreibt ein Mailorderversand der rechten Szene Jacken und Babystrampler aus Bio-Baumwolle. Gänzlich unkorrekte Klamotten. Das sich die braunen damit einen grünen Anstrich geben wollen ist eigentlich Greenwashing par excellence.
Continental Clothing, eines der weltweit größten Unternehmen, das Blanko-T-Shirts liefert, hat sich auf umweltfreundlich und ökologisch hergestellte Produkte spezialisiert und leider auch die T-Shirts an die “Öko”-Nazis geliefert. Auch wenn dies nicht im Einflussbereich des Unternehmens lag (siehe korrekte klamotten), wünsche ich mir, dass hier schnell gehandelt wird, damit so etwas nicht mehr vorkommen kann. Unternehmen müssen, wenn sie ihren eigenen ethischen Grundsätzen gerecht werden wollen nicht nur ihre Lieferanten einer strengen Kontrolle unterziehen, sondern auch aufpassen, wer die eigenen Produkte vertreibt. Denn sonst wird aus dem ach so grünen Unternehmensimage bald ein ganz braunes.
Apropos, Ökonazis haben schon eine lange Geschichte.
via Titanic
Nachdem ich heute ein wenig im neuen Buch von Sasha Lobo und Kathrin Passig, Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin, geblättert habe, läuft heute diese TED-Präsentation von Carl Honore zum Slow Movement auf einmal über meinen Bildschirm.
In “Slowing down in a world built for speed” zeigt Honore wieviel man gewinnt, wenn man das Leben ein wenig langsamer angeht. Auch ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich ein paar Seiten bei der Gute Nachtgeschichte überblättere, besser gefühlt habe ich mich danach nicht.
Prokrastination ist sicher nicht die Lösung, aber vielleicht ein Anfang.
Das Buch steht auf jeden Fall auf meiner Einkaufsliste. Mehr Infos unter prokrastination.com
Für alle anderen bietet Oliver Gassner an GTD: “Wie ich die Dinge geregelt kriege” von David Allen gemeinsam zu lesen.
- Weiß in Weiß – aber im Herzen grün: Das neue Boutique-Hotel "The Quay" in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh legt Wert auf seine CO2-Neutralität. Das Konzept einer Umweltorganisation erregt das Interesse von Hoteliers in ganz Südostasien.
