Drei LOHAS mit ‘nem Kontrabass: Man sollte es kaum Glauben, aber in meiner westlichen Überheblichkeit war ich bisher davon ausgegangen, dass es sich beim LOHAS um ein rein westliches Phänomen handele. Die taz belehrt mich im Artikel “Es lebe der vorsitzende lohas!” nun eines besseren. So ist dieser “Trend” in China auch sehr ausgeprägt. Es gibt Magazin mit Auflagen von bis zu 630.000 Exemplaren und wöchentliche Zeitungsbeilagen. In Hong Kong soll sogar ein neu zu bauender Stadtteil mit fünfzig Hochhaustürme von 46 bis 59 Stockwerken für 58.000 Einwohner “LOHAS Park” genannt werden. Lohas wird hier übrigens mit Lohas” mit Le Huo (“Happy Life”) übersetzt.
Mehr Infos zu Lohas in China bei ChinaToday
In China gibt es zahlreiche junge Großstadtbewohner wie Wang Xi, die einen schnellen Lebensrhythmus gewohnt sind. Der Arbeitsstress und der auf den Erwerb von Statussymbolen ausgerichtete Konsum erschöpfen sie sowohl körperlich als auch seelisch. Der materielle Reichtum führt nicht zwingend zum geistigen Glück. Diese Menschen sehnen sich immer mehr danach, einfach und natürlich zu leben.
Auch wenn die taz dem LOHAStum natürlich kritisch gegenüber steht (siehe LOHASS), ob nun in Amerika, in Deutschland oder in China, nachhaltiger, strategischer Konsum ist ein Anfang auf dem Weg.

Wer wirklich nachhaltig einkaufen möchte, sollte Online einkaufen! Wie das Wall Street Journal berichtete, zeigt eine am Dienstag vorgestellte Studie des Carnegie Mellon Green Design Institutes , dass Onlineshopping einige “grüne” Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Handel hat. Wie die Wissenschaftler herausfanden, nutzt E-Commerce nicht nur weniger Energie, auch der CO2-Fussabdruck ist um ein Drittel geringer als beim konbentionellen Handel.
Für ihre Studie hat das Team um H. Scott Matthews den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß verglichen, die in den unterschiedlichen Lieferketten (traditionelles Geschäft vs. Onlineshopping bei buy.com) beim Kauf eines kleinen Flash Drives anfallen.
Viele Annahmen die die Forscher getroffen haben, lassen sich allerdings nur bedingt auf Deutschland übertragen. Es wird beispielsweise angenommen, dass Kunden durchschnittlich 22,5 km bis zu einem Geschäft mit dem Auto fahren und nur drei Produkte kaufen (dies macht in den Berechnungen die größten Energieverbrauch und CO2-Austausch aus). Zudem ist die Lieferkette von Buy.com selbst für einen Onlineshop sehr virtuell.
Auch wenn Onlineshopping nicht ganz so grün ist wie in der Studie dargestellt und mit den zusätzlichen Verpackungsbedarf auch einige Nachteile hat, nimmt man in die Berechnungen die nötige Infrastruktur mit auf, ergeben sich sicherlich Vorteile für den E-Commerce.
Also Buy Green, Buy Online! (oder geh zu Fuss zu einem Laden deiner Wahl.
)
Neues cooles Video von “Do The Green Thing”, das uns darauf hinweisen soll alle Geräte, die nicht unbedingt an sein müssen auszuschalten.
Hab’ allerdings ein paar Bedenken, ob die Verwendung von tausenden Post-Its nachhaltig sind. aber vielleicht sind das ja alles Bleistiftzeichnungen und der Macher des Films, Ricky Martins (rickymartinshortfilms.co.uk), ist gerade fleissig am radieren.
Weitere Infos zu Aktion: Do the green thing – TED-Talk von Andy Hobsbawm


Trendwatching - Eco-Bounty
Wie wird es grünen Geschäftsideen im Jahr 2009, dem Jahr Eins nach der Finanzkrise ergehen? Werden sich Konsumenten noch um die Umwelt kümmern und die Auswirkungen in ihre Kaufentscheidungen mit einbeziehen?
trendwatching.com macht uns in ihrem Trend-Briefing für März 2009 unter dem Titel “ECO-BOUNTY” Hoffnung und gewährt einen Ausblick in eine grüne Zukunft! Insgesamt werden 12 “eco sub-trends” vorgestellt, die für jeden nachhaltige Gründer genau ansehen sollte.

Eco-Bounty - Produkte, Ideen, Bewegungen
Es gibt mehrere Einflussfaktoren, die diesen “Trend” beeinflussen. Zum einen ist dies politische Regulierung, die mehr und mehr Unternehmen zu nachhaltigem Wirtschaften auffordert. Ein weiterer, wenn nicht sogar viel stärkerer Faktor sind, die sich ändernden Konsumgewohnheiten der Kunden, die nachhaltige Produkte fordern und in Zukunft weiter fordern werden (Da wären wir wieder bei den oft gescholtenen LOHAS). Trendwatching sagt voraus, dass diese grüne Konsumbewegung mit voller Kraft weiterentwickeln wird:
“ECO-BOUNTY refers to the numerous opportunities, both short and long term, for brands that participate in the epic quest for a sustainable society. Some of these opportunities exist despite the current recession, others are fueled by it, not in the least because of new rules and regulations. Downturn-obsessed brands who lose their eco-focus will find themselves left out in the cold when the global economy starts recovering.”
Die 12 Unter-Trends, die hier ausgemacht werden sind (Zum Download gibt es den Berich im PDF-Format):
1. ECO-FRUGAL (ECO-Sparsam)
Hierunter fallen Produkte, die besonders sparsam sind und somit den Kunden helfen Geld zu sparen. Für die Kunden muss der Ökoaspekt steht dabei zwar nicht im Vordergrund, gut für die Umwelt sind diese Produkte aber allemal.
2. ECO-STATUS
Überall auf der Welt ist umweltbewusstsein zu einer Art Statussymbol geworden und wird gerne zu Schau getragen. In diese Kategorie fallen Produkte wie der Toyota Prius, oder auch das Samsung Blue Earth – Solar-Handy. Durch exessives “grünes” Marketing werden hier Begehrlichkeiten geweckt und so wird es einfach Anerkennung durch Besitz oder Nutzung der produkte und Dienstleistungen zu erhalten
3. ECO-INTEL (ECO-Information)
Kunden wollen vermehrt messbare Informationen über die Auswirkungen, die ihr Verhalten auf die Umwelt und Ihre Ressourcen hat, bekommen. Produkte dieser Kategori, die ich auch schon im Blog behandelt habe, beinhalten das Google PowerMeter und Wattson & Holmes von DIY KYOTO, aber auch der FIAT ecoDrive und Eco-Applikationen für das iPhone und/oder das G1 gehören dazu. Als weitere Unterkategorie sind hier Seiten, die einem Tipps für ein nachhaltigeres Leben geben, aufgeführt. auch hiermit habe ich mich ja schon das ein oder andere Mal beschäftigt. (siehe GreenGroove und “Do the green thing“)
4. ECO-STURDY (ECO-Stabil)
In der Rezession werden Kunden wieder zu haltbareren, stabilen Produkten greifen. Diese erfordern ectl. eine höhere Anfangsinvestition, die höhere Qualität und dadurch längere Nutzungsdauer zahlt sich jedoch aus und führt im Endeffekt zu weniger (Wegwerf-)Konsum.
5. ECO-FEEDERS (fällt hier einem eine gute Übersetzung ein?)
Hiermit sind kleine Geschäfte oder Produkte gemeint, die sich an die großen ECO-Unternehmen und -Marken dranheften und selber Produkte oder Dienstleistungen offerieren, die deren Geschäftsmodelle ergänzen. Als Beispiel wird eine freundliche Öko-Werkstatt, die sich auf die Umrüstung von Hybrid- in reine Elektrofahrzeuge spezialisiert hat, genannt.
6. ECO-GENEROSITY (ECO-Großzügigkeit)
Die Gier und die dadurch ausgelöste Finanzkrise haben dazu beigetragen, das der Wertewandel hin zu einer nachhaltigeren und großzügigeren Welt beschleunigt wurde. Unternehmen, die allein auf Profit ausgerichtet sind, werden es schwer haben als nachhaltig in den Augen der Kunden dazustehen. Kunden wollen für ihr nachhaltiges Verhalten belohnt werden, sei es durch kostenlosen Bio-Kaffe und/oder priviligierte Parkplätze für Elektroautos.
7. ECO-SUPERIOR (ECO-Überlegen)
Nachhaltige Produkte müssen nicht nur umweltfreundlich sein, sondern auch herkömmlichen Produkten gegenüber überlegen sein. Sei es durch ein aussergewöhnliches Design, bessere Produkteigenschaften und/oder einen besseren Preis.
8. ECO-EMBEDDED (ECO-Eingebaut)
Während zur Zeit jedes noch so kleine Ökofeature in einem Produkt, durch Marketing und Verpackungsgestaltung riesig hervorgehoben wird, wird eine wirkliche Verbesserung der Umweltbedingungen erst eintreten, wenn Kunden diese Produkteigenschaften gar nicht mehr mitbekommen, da es einfach keine umweltschädlichen Alternativen mehr auf dem Markt gibt. Hierzu gehören auch umweltfreundliche Produktionsprozesse und eine Verpflichtung der Unternehmen all ihre Prozesse auf Nachhaltigkeit auszurichten. Beschleunigt wird dieser Vorgang durch staatliche Regulierung.
9. ECO-EDU (ECO-Bildung)
Nachhaltigkeit wird für unsere Kinder noch viel wichtiger als für uns. Es kommt daher auf eine entsprechende Erziehung an. So müssen bereits in Schulen notwendige Schritte eingeleitet werden. Bildungseinrichtungen, die sich mit diesen Themen beschäftigen und Kinder zu einem nachhaltigeren Lebenstil erzeihen werden großen Zulauf erfahren. Aber auch Spielzeughersteller haben diesen Trend erkannt und bieten bspw. Bastelkits an, die mit Solar- oder Windenergie laufen. Wenn in so einem frühen Alter Kinder Spass an Öko-Kram und alternativen Energien bekommen, dann kommen wir vielleicht weg vom Wunsch nach einem großen Auto und hin zu dem Wunsch nach einem möglichst effizienten Auto.
10. ECO-TRANSIENT (ECO-vorübergehend)
Kunden wollen sich nicht mehr unbedingt an große Anschaffungen gebunden werden. Ein eigenes Auto ist zwar schön, aber für jede Gelegenheit (Umzug oder Wochenend-Spritztour) das passende Auto zu haben ist schöner. Dienstleistungen wie Car-Sharing oder Rent-A-Bike passen zu diesem Trend.
11. ECO-VERTISING (ECO-Werbung)
Bei Öko-Werbung fallen einem sicherlich die Reverse-Grafitties und die unzähligen anderen umweltfreundlichen Werbeformen der britischen Agentur Curb ein. Und genau das ist hiermit auch gemeint.
12. ECO-EXPECTATIONS (ECO-Erwartungen)
In zukunft werden Kunden einfach immer und überall Nachhaltigkeit erwarten. Jede Industrie wird von diesem Wandel erfasst werden und sollte darauf vorbereitet sein. Die Möglichkeiten sind endlos und reichen Brillen bis zu Sexspielzeug.
Das Briefing gibt einen guten Überblick über die Eco-Szene und die unzäghligen Möglichkeiten, die sich für Entrepreneure ergeben. Es sind noch nicht einmal alle Trends aufgeführt. ECO-BARTER, ECO-SEX, ECO-CLOUT, ECO-TOYS, ECO-ECCENTRIC, ECO-CHIC gibt es ebenfalls schon und es werden zukünftig noch viele weitere folgen. Hier nocheinmal der Link zum Briefing und zur PDF-Version.
Nachdem ich hier im Blog meinen Senf zur OBAMA-Strategie dazugegeben habe, hat nun auch Martin Oetting in seinem Artikel “Warum das Obama-Marketing hierzulande nicht eins zu eins imitiert werden kann” das Thema aufgegriffen.
Er macht den Erfolg der Obama-Kampagne an vier Faktoren fest, die sich allerdings nicht so einfach auf das deutsche Politikgeschäft umsetzen lassen.
1. Der Promi
2. Die Bewegung
3. Der Traum
4. Das Geld
In den Kommentaren hat sich dazu eine ganz spannende Diskussion entwickelt, aus der ich mich auch nicht heraushalten konnte.