Kurz vor dem letzten Wochenende war es soweit. 25.000 Utopisten umfasst die “LOHAS-Community” Utopia nun. Die Bio-Schaumwein-Korken knallen in München und die Community wird für das kommende Wochenende zum Saison-Abgrillen in die Utopia-Zentrale eingeladen.
Utopia sieht sich selbst als “Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil”, auf der sich Gleichgesinnte treffen und austauschen können. Es wurden schon eine ganze Reihe sinnvoller Projekte über diese Platform angestoßen. Einen kleinen Überblick zu den wichtigsten Projekten gibt es hier -> “Denken. Reden. MACHEN. Utopisten-Projekte im Überblick!“. Es werden sicherlich noch viele weitere Projekte folgen.
Wenn man bedenkt, dass 1/3 aller Deutschen zur Zielgruppe der LOHAS gerechnet werden, dann bleibt noch jede Menge Raum für Wachstum. Wir wünschen es Utopia.
via UTOPIA
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Comments ( 17 )
Ich gratuliere Utopia, doch diesen enormen Raum für Wachstum sehe ich nicht. Wenn man mal dieses angebliche Potential von 1/3 der Deutschen für “möglich” annimmt, dann hat man nämlich noch immer das Problem, dass dieses Drittel nicht auch automatisch Internetaffin sein muss – also die Lust und Medienkompetenz hat, sich in einem Social Network zu betätigen.
Zudem zieht Utopia eher die ganz Wenigen an, die nicht nur das Thema interessant finden, sondern auch aktiv was tun wollen… (z.B. Diskutieren, Projekte starten…)
Dennoch: Good Luck @ Utopia
Hallo Hannes,
da hast du natürlich vollkommen Recht. Anzunehmen, dass Utopia irgendwann 27 Millionen Nutzer hat wäre natürlich (Achtung Wortwitz!) utopisch. Der LOHAS an sich gilt aber als internetaffin und davon bin auch ich überzeugt.
Wie du ganz richtig erkennst, ist Utopia bisher nur eine Nischen Community und erreicht bisher “nur” der harte Kern der LOHAS. Was ich zur Zeit aber gar nicht schlecht, sondern eher positiv sehe. Um aber ein größeres Publikum anzusprechen, muss Utopia noch um einiges benutzerfreundlicher werden. Bisher herrscht zuweilen ein wenig Chaos.
Es wäre mal interessant zu erfahren, ob die 90-9-1-Regel (http://www.connectedmarketing.de/cm/2006/11/wie_funktionier.html) auch für Utopia gilt. Ich nehme aber an, dass hier die Partizipation um einiges höher liegt.
Grüße
Markus
Auf das wollte ich hinaus. Nimm die 90-9-1 Regel her und stell Dir vor, dass von dem “potentiellen” Drittel der Zielgruppe eher die 9% und die 1% sich auf Utopia anmelden.
Zudem: Ich wäre ja an Zahlen interessiert, was die Aktivität der Community angeht. Das sagt dann schon mehr aus.
Zudem aber noch einmal: Ich bin da eher vorsichtig, bzgl. der LOHAS Thematik. Ich habe mir die Studie angesehen und auch die Fragen und finde Sie durch und durch oberflächlich. Die Fragen nach der Wertschätzung für Gesundheit, biologische Qualität, Nachhaltigkeit, etc. werden wohl wenige Leute negativ beantworten. Zudem sagt das nichts über ihr Aktivierungspotential aus (ob z.B. alle von Ihnen nur Autos unter 90 PS fahren, weil die ja sonst einen so hohen CO2 Ausstoß haben).
Ich bin einmal überkritisch und meine, das der Begriff LOHAS auch eher in der Ecke der Trend-Konsum-Marketing Begriffen anzusiedeln ist. Die Zeit wird zeigen, ob ich mich irre.
Es zeigt aber schon das kleine Detail, das Menschen als “die Lohas” bezeichnet werden, dass hier sehr “locker” umgegangen wird. LOHAS steht ja ganz klar – als Abkürzung – für den LIFESTYLE of Healt and Sustainability. Da mag ich etwas unentspannt auf dem Begriff herumreiten, aber der Umgang mit dem Terminus zeigt für mich viel. Von mäßig informierten, Story-suchenden Journalisten aufgenommen, entsteht ein kleiner Hype um einen Begriff, der wenig Tiefgang hat und auch noch falsch verwendet wird.
Ein Problem hat er aber gelöst: Das Megathema “Nachhaltigkeit” (im Sinne des Drei-Säulen Models) konnten die Journalisten nicht in ihren Medienkategorien unterbringen. Nur schwer. LOHAS aber reduziert das Querschnittsthema und passt wunderbar unter Märkte & Konsumenten rein. Praktisch.
LG, ein heute kritischer Hannes aus Wien
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Hi Hannes,
kritisch finde ich sehr gut, wäre doch sonst auch viel zu langweilig.
Deine Auslegung der 90-9-1-Regel finde ich sehr Interessant, könnte sogar hinkommen. Aber selbst bei nur 1% potentiell aktiven LOHAS wäre theoretisch eine Community-Größe von ca. 270.000 möglich. Das halte ich auch für eine realistische Größe.
An genaueren Daten zu Utopia und besonders zur Aktivität, wäre auch ich interessiert, da gebe ich dir vollkommen recht.
Ob es nun 30%, 20% oder nur 10% LOHAS gibt, lässt sich schwer sagen, besonders, da es eine sehr ambivalente Zielgruppe ist. Dies habe ich schon einmal in dem Artikel “Was bin ich? – Auf der Suche nach der nachhaltigen Identität” (http://betterandgreen.de/blog/was-bin-ich-auf-der-suche-nach-der-nachhaltigen-identitaet/) beschrieben. Natürlich wird der Begriff LOHAS zur Zeit von Marketingagenturen wie die Sau durchs Dorf getrieben, trotzdem glaube ich, dass es hier ein ganz reales Marktpotential gibt und sich dahinter nicht nur ein kurzfristiger Trend verbirgt. Ich hoffe es sogar, denn ich denke, dass nachhaltiger und strategischer Konsum sich positiv auf unsere Welt auswirkt.
Das LOHAS für LIFESTYLE of Healt and Sustainability ist unbestritten, der einfachheithalber verwende aber auch ich die Wendung “die Lohas”, anstatt zu schreiben “die Menschen die einen LOHAS pflegen”. Hört sich einfach besser an. Von mir aus kann ich auch gerne “die Lohasen” schreiben.
Wenn durch den Begriff LOHAS die Kommunikation nachhaltiger Themen einfacher wird, sehe ich das als grundsätzlich positiv an. Die “triple bottom line” lässt sich hierdurch einfacher vermitteln. Nachhaltigkeit muss als cool und sexy vermarktet werden, um breite Bevölkerungsschichten zu erreichen. Altruistische Interessen stehen vielleicht nicht im Vordergrund, spielen aber trotzdem oft eine Rolle und das finde ich praktisch.
Freundliche Grüße
Markus
Nun, ich sehe hier im Gegenteil eine Gefahr. Einer Reduktion von Nachhaltigkeit auf Konsum und damit eine Förderung eines eindimensionalen Verständnises stehe ich kritisch gegenüber.
Natürlich ist es gut, wenn man Leute zum Thema heranführt, aber wenn man in dieser oberflächlichen Ebene bleibt, dann wird nur das passieren, dass die großen Markenkonzerne eben auf dieses “Konsumentensegment” mit entsprechenden Produkten reagieren.
Und nocheinmal: Wir sind eine elitäre Gruppe. Wir Blogger. Wir “10-Stunden-pro-tag-online-sein-ist-normal” Gruppe. Die 90-9-1 Regel baut auf fundierten Untersuchungen auf. Sogesehen könnten es eben Millionen von LOHASen sein, großes Wachstumspotential – im Sinne von aktiven Usern – gibt es nicht. Die Masse guckt am Abend lieber Millionenshow und liest in der Früh die Bild.
ABER: Um hier nicht als Pessimist aufzutreten. Natürlich hat das schon einen Einfluss, wenn gerade die Vermittlerpersonen auf Utopia aktiv sind und die Gedanken weiter tragen.
Nur: Lassen wir uns keine rosarote Brille aufsetzen, nur weil ein paar Leute in einer Studie gesagt haben, die Umwelt ist ihnen wichtig. Deshalb kaufen Sie noch lange nicht entsprechend ein..
Mich befriedigt eben der Gedanke nicht, dass immer mehr Leute meinen, da kommen diese “laut einer Studie potentiellen” Millionen von LOHASen und verändern die Welt zum besseren. So einfach – auf dieser Ebene – wird es nicht sein.
PS: Die ursprüngliche, erste LOHAS Studie kommt ja aus den USA. Dort sind auch 1/3 LOHASen. Und?
Ich bin da mit dir auf einer Linie. Denke aber, und auch hier verweise ich auf den eben angesprochenen Artikel (http://betterandgreen.de/blog/was-bin-ich-auf-der-suche-nach-der-nachhaltigen-identitaet/), dass der LOHAS ein idealer Einstieg in eine wirklich nachhaltige Lebensweise ist. Auch ich stehe hier sicherlich noch am Anfang.
Wenn Unternehmen auf dieses Markensegment reagieren und mir Produkte anbieten, die meine Bedürfnisse erfüllen, finde ich dies positiv. Sei es nun der kleine Qualitätsmetzger um die Ecke oder der große Multi. Ohne die großen Konzerne wird es nicht möglich sein, den nachhaltigen Lebensstil in die breite Masse zu tragen und für die breite Masse finanzierbar zu machen. Auch diese soll und hoffentlich möchte sich auch auf den Weg machen.
Wenn Utopia und hoffentlich auch viele andere Internetseiten, Zeitungen und andere Medien Möglichkeiten aufzeigen, wie man einen solchen Lebensstil ohne viel Verzicht bezahlbar nachgehen kann, dann wird sich hoffentlich das Konsumverhalten der breiten Masse nach und nach ändern. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen und wird wahrscheinlich auch noch eine Weile dauern, aber ich denke, dass sich langfristig der Konsum in diese Richtung entwickeln wird.
Nun freue ich mich auf eine Fortsetzung der Diskussion beim “Barcamp Sustainability” in Wien, 2009
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LG Hannes
Da bin ich jetzt aber mal gespannt und freue mich direkt mal mit.
Eine interessante Diskussion hier…
Die Marketingexperten beißen sich die Zähne an den so genannten LOHAS aus. Sie sind so schwer zu fassen… Keine homogene Zielgruppe. Sie wollen sich einfach nicht in Schubladen zwängen lassen…Wie erreicht man sie nur?
Meine Empfehlung: Glaubwürdigkeit und Authentizität, Greenwashing hilft rein gar nicht, sondern bewirkt das Gegenteil.
Ich passe nicht in de Schublade LOHAS, die ist mir viel zu eng… ich bin eher ein Lohase…
Was sind Lohasen?
der gemeine Lohase isst gruen und mag GRUEN durch und durch. das muss aber lange noch nicht heißen, dass er auch immer GRUEN wählt.
Er kann auch ganz anders…der Lohase eignet sich nicht für Käfig- oder Schubladenhaltung.
Er schlägt gern mal einen Haken und ist sehr beweglich. man findet ihn überall, in der Stadt auf dem Land. Im allgemeinen ist er sehr undogmatisch und freiheitsliebend. er achtet die anderen Hasen, auch wenn sie (noch) keine Lohasen sind.
Lohasen lieben ökologische Lebensmittel, die schmecken ihnen einfach besser und außerdem erhält die biologische Landwirtschaft ihren eigenen Lebensraum.
Lohasen können es gar nicht leiden, wenn sie für dumm verkauft werden. Daher mögen sie auch DIE GRÜNE TOMATE besonders gern und nominieren diejenigen, die sie verdummen wollen für DIE GRÜNE TOMATE -ausgezeichnet unreif : http://www.utopia.de/forum/showthread.php?t=2433
Das Thema wird auch gerade wieder kontrovers auf utopia.de diskutiert:
http://www.utopia.de/forum/showthread.php?p=30923#post30923
Den Vorschlag, lieber nicht von LOHAS zu sprechen, sondern von LoHaS affin finde ich richtig. Das ist ein sehr guter Ansatz, demnach gibt es DIE LOHAS nämlich gar nicht…
Mein Versuch der “Lohasen” sollte genau diese Thematik mit Augenzwinkern beschreiben… Die Lohasen sind individuell, schlagen gern mal einen Haken, sodass sie eben nicht als EINE HOMOGENE Zielgruppe erfasst werden können…
Was mich an der Definition LoHaS stört, ist die Reduktion auf “Lifesyle”.
Das ist mir zu wenig – und zu sehr Mode und Werbung.
Diejenigen, die sich als LoHaS affin betrachten, haben sich oftmals “auf den Weg gemacht” und möchten das Thema Nachhaltigkeit nicht als “Style” in ihr leben integrieren, sondern bewusst einen anderen Weg einschlagen, der nichts mit eine kurzfristigen Modeerscheinung zu tun hat.
Hi Christina,
ganz deiner Meinung, obwohl, wie auch schon oben beschrieben:
Das LOHAS für LIFESTYLE of Healt and Sustainability ist unbestritten, der einfachheithalber verwende aber auch ich die Wendung “die Lohasâ€, anstatt zu schreiben “die Menschen die einen LOHAS pflegenâ€. Hört sich einfach besser an.
Menschen, die LOHAS-affin sind, lassen sich unmöglich in einer Zielgruppe zusammenfassen und auch ich sehe hier Menschen beschrieben, die sich auf den Weg gemacht haben (siehe http://betterandgreen.de/blog/was-bin-ich-auf-der-suche-nach-der-nachhaltigen-identitaet/ ).
Das Wort Lifestyle stört nur, wenn man es in seiner deutschen Bedeutung verwendet. Nimmt man hingegen die Übersetzung Lebensstil oder Lebensführung, dann hört es sich auf einmal nicht mehr so blöd an und man sieht, das Style nichts damit zu tun hat.
vielleicht können wir uns ja an einem kreativen Begriff auf Deutsch versuchen, der uns nachhaltig interessierten Menschen gefällt…?
“neue Ökos” und so weiter.. trifft es ja nicht…
Wolfram und ich starten ja gerade eine Artikel-Serie, die dem Thema LOHAS auf den Grund gehen soll und die bisherigen Studien zu dem Thema beleuchten wird.
Ohne jetzt zuviel vorwegzunehmen: Die Menschen, die einen LOHAS pflegen sind nicht eine, sondern viele Zielgruppen. Diese kann man bestimmt benennen und vielleicht machen wir das dann auch.
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Ich freue mich darauf! Bin gespannt! WIR SIND VIELE…
Viele Grüße
Christina
na herzlichen glückwunsch utopia.
also wenn man tatsächlich “…bedenkt, dass 1/3 aller Deutschen zur Zielgruppe der LOHAS gerechnet werden, dann bleibt noch jede Menge Raum …” und solche portale wie utopia weiter so rasant wchsen, sind alle probleme in ein paar jahren gemeistert ( ? )
25.000 user = aktive user ?
nach meiner erfahrung besagt einer userzahl nicht immer viel über die qualität aus. wobei ich allerdings keine unbegründeten negativen eindruck vermitteln möchte. einfach nur eine erfahrung.![]()
@gokui
Haben wir oben schonmal durchgekaut:
da hast du natürlich vollkommen Recht. Anzunehmen, dass Utopia irgendwann 27 Millionen Nutzer hat wäre natürlich (Achtung Wortwitz!) utopisch.
….
Es wäre mal interessant zu erfahren, ob die 90-9-1-Regel (http://www.connectedmarketing.de/cm/2006/11/wie_funktionier.html) auch für Utopia gilt. Ich nehme aber an, dass hier die Partizipation um einiges höher liegt.
….
Aber selbst bei nur 1% potentiell aktiven LOHAS wäre theoretisch eine Community-Größe von ca. 270.000 möglich. Das halte ich auch für eine realistische Größe.
An genaueren Daten zu Utopia und besonders zur Aktivität, wäre auch ich interessiert, da gebe ich dir vollkommen recht.


















